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Die Neuapostolische Kirche geht zielstrebig auf die Ämterreform an Pfingsten 2019 zu: Noch in der Woche der Video-Ansprache haben die Schulungen begonnen. Dabei zeigt sich: Es geht um viel mehr als um bloße Struktur.
Es war weltweit eine der ersten, wenn nicht gar die erste Schulung ihrer Art: Am vergangenen Samstag haben gut 60 Amtsträger in der Zentralkirche Wiesbaden (Deutschland) die Schulbank gedrückt. Sie gehören zu den Referenten, die in den kommenden Wochen und Monaten in den Bezirken die aktiven Amtsträger, die Ruheständler und alle interessierten Gemeindemitglieder informieren sollen.
Einen kompetenteren Referenten hätten sich die künftigen Referenten kaum wünschen können: Das Seminar leitete Apostel Gert Opdenplatz. Als Vorsitzender der kirchlichen Arbeitsgruppe Glaubensfragen hat er das Thema in den vergangenen Jahren so intensiv begleitet wie wenige andere außerhalb der Bezirksapostelversammlung.
Seit ihren Anfängen habe sich die Neuapostolische Kirche als eine Amtskirche verstanden, heißt es im Katechismus. Dabei habe es auch immer wieder Änderungen in der Struktur gegeben, ergänzte der Apostel. Beispiel für Ämter, die nicht mehr wiederbesetzt wurden, sind aus jüngerer Zeit der Gemeindeälteste und der Unterdiakon sowie die Apostelhelfer und Hilfsapostel der frühen Jahre.
Schon unter den Stammaposteln Hans Urwyler und Richard Fehr hätten sich Arbeitsgruppen mit dem Thema Amt befasst – zuletzt unter der Leitung des späteren Stammapostels Wilhelm Lebers. Bei der umfassenden Ausformulierung der Lehre war das Amtsverständnis jedoch vorerst nur skizziert worden, um die Herausgabe des Katechismus nicht zu verzögern.
Die Lehre der Neuapostolische Kirche stellte der Referent als ein Gebäude vor – mit dem Evangelium als Fundament und drei tragenden Säulen.
Diese Aspekte zählen zu den theologischen Hintergründen, die Stammapostel Jean-Luc Schneider in seiner Video-Ansprache erwähnt hatte und die nun in den Schulungen ausgeführt werden.
Ziel der Einführungsveranstaltungen ist außerdem die neue Amtsstruktur darzustellen, die Unterscheidung von Amt und Dienst zu verdeutlichen sowie die verschiedenen Einsetzungshandlungen zu erläutern. Dafür bekommen die Referenten ein ganzes Paket an Präsentationsfolien an die Hand – ergänzt um Erläuterungen sowohl in Stichworten als auch in ausformulierter Form. Dazu gehören auch Verweise auf weiterführende Lektüre im Katechismus sowie auf weiteres Hintergrundmaterial.
Je nach Gebietskirche sind die Schulungen für die Amtsträger bereits terminiert – und zwar weit überwiegend im Mai. Bis dahin können sich Aktive und Ruheständler schon in das Thema einlesen. Denn die Leitgedanken-Sonderausgabe 2/2019 ist auf dem Weg zu ihnen. Sie fasst das Wichtigste der bisherigen Veröffentlichungen zusammen, beschreibt theologische Grundlagen und gibt Begründungen.